Bar-Tanks Bold Battles – Old Witch of Khador

„MOOOVE, BITCH, GET OUT THE WAY, GET OUT THE WAY, GET OUT THE WAY!!!“

Ich begrüße alle Freunde der gepflegten Tisch-Gewalt.

In diesem Blog möchte ich euch an meinen Erfahrungen und Gedanken zu diesem Hobby teilhaben lassen, dem ich nun schon eine gute Dekade fröhne – mehr oder weniger konstanten Erfolgserlebnissen.

Ich bin Khadoraner aus Leidenschaft, habe aber auch schon so gut wie jede andere Fraktion im Hause gehabt, nur zieht es mich immer wieder zum „Klub der direkt angewendeten und Maximierten maximierten Gewalt.“ Ich verspreche hier, mit so viel Objektivität über Warmaschine / Hordes zu schreiben, wie mein leidenschaftlicher Egoismus zulässt.

Ich experimentiere aktuell mit einigen Castern als Ergänzung zum Butcher 3, der unbestreitbar Khadors stärkster Caster ist und sicherlich zu den Top Castern im Spiel gehört.

Zuletzt machte ich einige Matches mit der Old Witch of Khador, da Sie in meinen Überlegungen zur aktuellen Meta eine gute Gegenthese zu Mr. Zoktavir und seinen freundlichen Haustieren darstellt.

"Oh, challo maain Kiiind, ich chabe diiich niiicht gesehen, chaast du Huuunger?"
„Oh, challo maain Kiiind, ich chabe diiich niiicht gesehen, chaast du Huuunger?“

Die alte Lady ist auf jeden Fall einer der stärkeren Caster von Khador und ein sehr guter Controll-Caster. Seltsamerweise sah ich Sie in den letzten 1-2 Jahren selten auf den Turnieren bei anderen Spielern, überschattet von den Vlads, den Sorschas oder dem einen oder anderen Butcher. Vielleicht schreckt es viele ab, dass Sie auf dem Papier ein sehr untypischer Caster in Bezug auf den gradlinigen Axe-to-Face Khador-Stil zu sein scheint, aber von diesem Eindruck kann man schnell wegkommen wenn man das erste Mal einen Scrapjack mit Avatar of Slaughter durch eine Wand von Banez waten sieht.

Mein gestriger Mitspieler war der gute Iskander mit seinen frisch aufgestellten Banehorden.

Old Witch
Conquest
Sylys Vyshnallyr
Greylord Ternion
Koldun Lord
10er Winterguard mit Attachment
Kovnik Joseph Grigorivich
10er Nyss
Lady Ayiana & Master Holt
Ragman

vs

Lich Lord Asphyxious
2 x Nightwretch
2 x 10er Bane Knights
6er Bane Thralls mit Attachment
6er Bile Thralls
Withershadow Combine
Warwitch Siren
Darragh Wrathe
Bane Lord Tartarus

Das Szenario war Destruction, mit Arcane Wonder für die alte Lady und der Armory für LL Cool Gaspy

Es wird so langsam bei uns beiden zu einer gewissen Tradition dass ich den Starting Roll gewinne. Ich nehme den ersten Zug und überlasse Iskander die Seitenwahl. Wir haben das Gelände sehr symmetrisch gewählt, weshalb es auf das sich entfesselnde Spiel wenig Einfluss nahm.

Die erste Runde lang rennt alles wild schreiend aufeinander zu, die Nyss auf meiner rechten Flanke, der Winterguard-Block auf der anderen, die ganzen Solos hinter der Witch die sich dank der Wolken der Greylords in Sicherheit wähnen durfte gegen Nahkampf – Cryx.

Die Banes stapeln sich im Zentrum von Gaspies Seite wie Campierer beim Eröffnungsverkauf des neuen Smartphones und ich freu mich wie ein Kind auf Weihnachten in diesen Teppich ein paar Sprays rein zu jagen. Abschließend legt Gaspy noch ein paar Wolken vor die Nase meiner Nyss damit die sich bewegen müssen.

Ich versuche in meiner zweiten Runde mit dem Conquest Darragh Wrathe zu erschießen und scheitere kläglich. Die Nyss hatten nicht genug gute Treffer nachdem Aiyana ihren Damagebuff gegen einen erhöht stehenden Bane Knight nicht traf. Die Winterguard war leider noch nicht weit genug vorne um viele Ziele zu erreichen und das Nicht-rennen sollte sich hier bitter rächen.

Ich blieb bei meiner offensiven Strategie und bewegte die Old Witch mit Scrapjack weiter nach vorn. Geschützt von ihrer Murder-of-Crows Wolke vor möglichen Magie Attacken des Lich setzte ich den Feat ein und beendete den Zug.

FEAT!!!
FEAT!!!

In Gaspies zweiter Runde waren dann die Banes im Zentrum und auf seiner rechten Flanke blockiert, der linke Flügel chargte DEF 18 Nyss und war sehr bescheiden erfolgreich mit einem toten Elf. Der Rest zog sich eher zurück inklusive D.Wrathe und Gaspy selber, der nur nach hinten außerhalb der Kontrollzone der Witch ging und der Winterguard ein paar Wolken vor die Nase legte.

In meiner dritten Runde waren somit viele, viele Banes in Angriffsreichweite.
Scrapjack bekam volle 4 Fokus die er dank dem Bond an die alte Dame bekommen konnte. Conquest sollte mit dem Powerbooster vom Koldunlord genug ausrichten können. Das Herzstück der Runde sollten die Greylords werden, welche mit ihren Magical Sprays etwa 8 bis 10 Modelle jeweils eindecken könnten, da sich ja nix wegbewegen konnte in der Vorrunde.

Ich brachte erst mal die Old Witch in den Trench in Sicherheit und verpasste dem Scrappy noch Avatar of Slaughter damit er sich reichlich austoben konnte. Dann waren die Greylords dran. Defense der Banes ist 12, mein Magic Attack 7, also recht ordentliche Trefferchancen. Power 12 gegen Armor 15 stimmte mich auch gewaltig zuversichtlich dass es ein paar kaputte geben würde.

Nun ja, die ersten Angriffswürfe waren denn 2w6 = 4 oder 3, dann noch Damagerolls mit Doppeleins.

Und es begann in mir zu brodeln. Dann war da mal ein Trefferwurf mit 11, aber der folgende Schadenswurf wieder ne 3. Mathematisch feiner Durchschnitt aber ich war kurz davor zum Tasmanischen Teufel zu werden und fing auch an das zu verbalisieren.

Nicht gerade der angenehme Part für Iskander als Mitspieler. Als sich der rote Nebel vor meinen Augen lichtete waren ein paar Banes weg von der Platte, aber deutlich zu viele nicht. Der ganze Ausraster kostete mich auch gut 20 Minuten, noch 15 waren auf der Uhr und Scrappy hatte noch gar nicht aktiviert. Tartarus und die halben Banethralls hatten die schlechte Sprayparade ebenso überstanden wie Daragh Wrathe.
Scrappy aktiviert und charged die linke Bane Flanke. Leider zu weit in der Mitte um effektiv arbeiten zu können. Ich hatte 6 Angriffe zur Verfügung und jeder Kill generierte einen weiteren Bonusangriff. 10 Bane Knights und 5 Bile Thralls waren alle, aber wegen meiner fehlerhaften Positionierung kam ich am Ende nicht an Tartarus dran.
Zu diesem Zeitpunkt war meine Uhr bereits abgelaufen und Iskander der Sieger.

Wir haben noch zum Zwecke der Übung die Uhr ignoriert und weiter gespielt.
Kurz gesagt war die Folgerunde von Banelord Tartarus entsprechend. Er trifft mit einem Thresher 5 Modelle die zu Bane Thralls werden und in Chargereichweite des armen Conquest stehen. Conquest verabschiedet sich dank Parasite und Charges. Aber die Fähigkeit von Cryx schwer gepanzerte Modelle auszumerzen ist denke ich jedem wohl vertraut.

Da war es auch egal was die alte Dame noch hätte anstellen können.

Quelle: http://supalawlren.deviantart.com/art/slice-you-up-306296252
Quelle: http://supalawlren.deviantart.com/art/slice-you-up-306296252

Stellt sich die Frage: Was hätte ich besser machen können?

 

Die Old Witch hat einen der besten Feats gegen Cryx, definitiv den besten Feat gegen Cryx in Khador. Ja, der Butcher 2 Feat und der von Sorscha 1 sind auch gut, aber die brauchen verschiedene Vorraussetzungen die der Field of Talons nicht erfüllen muss.
Vor allem ist jeder Feat der Gaspy2 seinen Feat nutzlos macht sein Geld wert.

Die Old Witch muss jedoch möglichst viele Modelle in Angriffsreichweite haben damit der Feat seinen vollen Nutzen erbringen kann. Kann der Gegner einfach nach hinten rausgehen oder sind die eigenen Sprayunits oder andere Angreifer zu weit weg, ist der Feat weniger nützlich. Aber vor allem muss die Old Witch maximal auf Szenario gespielt werden, denn das ist ihre beste Spielweise.

Ich denke besonders gegen Infanterielastige, relativ langsame Gegner (SPD 5 – du bist gemeint) ohne Fernkampf sollte man den Feat der Old Witch bis zur dritten Runde zurückhalten und die feindlichen Horden kommen lassen, bis man das Glimmen in ihren Augenhöhlen erkennen kann.

Die Szenarioelemente sind nicht nur ein Mittel um das Spiel zu gewinnen sondern auch sehr zuverlässige Landmarken um eine Distanz besser einzuschätzen. So kann man sein zweites Drittel des Spiels besser planen und ein Maximum an gegnerischen Modellen handlungsunfähig machen.

Dank Iron Flesh und den Wolkeneffekten sowie Augury kann die Truppe der alten Lady sehr viel steuern und überstehen um anschließend kräftig auszuteilen.

Genug Zeit und etwas Würfelglück vorausgesetzt, kann der Scrapjack ganz alleine die halbe Liste der meisten infanterielastigen Armeen auseinander nehmen, und ist damit mehr als sein Geld wert.

Persönlich schätze ich vor allem die defensive Flexibilität der Fähigkeiten. Entweder schützt sich die Old Witch mit extra hoher Defense, Stealth oder durch blocken der LOS, oder durch Kombination dieser drei Varianten. Einzig gute, allgemeine Antwort darauf ist der Ansturm des Gegners in den Nahkampf, aber dagegen hat man noch ne ganze Khadoranische Liste zur Verfügung inklusive einen Colossals der sich vor die alte Lady stellen kann.

Kein anderer khadoranischer Caster hat so viel Flexibilität anzubieten.

Offensiv mag Sie schwächer wirken als fast alle anderen Caster im Arsenal des Mutterlandes. Und in der Tat wird Sie es schwer haben einen gut geschützten Heavy oder größeres aufzumachen.

Bietet der Gegner jedoch ein paar schmackhafte Seelen an ist nach oben hin alles offen wie ich meine. Freue mich schon darauf mit ihr gegen eine 32-Magehunter Spamliste oder den Doomreaver Spam anzutreten und bin gespannt wie so ein 40 Fokus Caster das Late Game bestreiten kann.

Ich kann also jedem der die entsprechenden Puppen zu hause hat nur raten: Packt sie ein und probiert es aus, es macht riesig Spaß.

In nächster Zeit werde ich eine Liste ausprobieren mit den feinsten Themen Khadors: Höchste Armor, härtester Output, Qualität über Quantität – und der Butcher!
Ich werde davon berichten.

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