EU Masters Turnierbericht – Teil 1

Anfang September fanden in Rotterdam zum zweiten Mal die European Masters – sozusagen die Einzelspieler-EM – statt. Mit 86 Spielern aus über 11 Ländern definitiv eins der größeren und internationalsten Einzelturniere in Europa. Deutschland stellte mit 32 angemeldeten Spielern – darunter fast alle WTC-Teammitglieder – außerdem die größte Delegation.

Ich werde an dieser Stelle mal versuchen, dem geneigten Leser einen Eindruck der European Masters zu geben und sowohl die Reise als auch das Turnier und meine sieben Spiele in kurzen Berichten zu beschreiben.

AUFBRUCH AM FREITAGABEND IN DÜSSELDORF

Kurz nach Feierabend versammelte sich die Reisegruppe „kleiner Bär“, bestehend aus Frank „Rufus“ Richter, Sascha „Sascha“ Maisel und Bartek „Bar-Tank“ Dobrzanski und meiner Wenigkeit bei mir zuhause und begann die lange und beschwerliche Fahrt nach Rotterdam.

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(Google Maps Screenshot der Route nach Rotterdam)

Wie sich heraus stellt, vergehen 250 km wie im Flug, wenn man währenddessen die Vor- und Nachteile sowie die unteschiedlichen Ausgestaltungen des Butcher2 Doom Reaver Spams diskutiert.

In Rotterdam angekommen – und in den jeweiligen Hotels eingecheckt – begann die Suche nach den landestypischen, traditionellen Köstlichkeiten. Fündig wurden wir selbstverständlich in einem Irish Pub, welches über 70 Biersorten und einen ganz besonderen Burger (er hatte einen richtigen Namen, aber wie tauften ihn liebevoll „Herzinfarkt“) auf der Karte hatte. Dieser Burger – frittierte Zwiebelringe, Bacon, doppelt Käse, Spiegelei, halbe Kuh, Fritten – erschlug zumindest meinen Kreislauf tatsächlich so hart, dass in an diesem Abend zu nichts weiter fähig war und wir uns wieder zurück in die Hotels begaben.

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(Reisegruppe „kleiner Bär“ nach dem Genuss des Burgers „Herzinfarkt“…)

TAG 1:

Nachdem wir morgens erstaunt fest stellten, dass Holland nur bedingt an das Prinzip der Bäckerei zu glauben scheint, fanden wir uns am Spielort ein. Das Turnier selbst fand in einem rennomierten Bridge-Club statt und die Location war dementsprechend auch auf zwei Stockwerken mit vielen Tischen ausgestattet. Hinzu kam eine gut sortierte Bar mit netter Bedienung, die Snacks und Getränke verkauft hat.
Bei der Anmeldung erhielten wir ein kleines Goodie-Bag mit dem offiziellen Turnier-Shirt und einem kleinen Würfelbeutel inkl. unterschiedlicher Templates und Marker von templatesandwidgets.com. Ich persönlich hätte für das Antrittsgeld von 45,- EUR lieber auf den Beutel und die Tokens verzichtet und dafür lieber ein hochwertigeres T-Shirt gehabt, aber andere wiederum freuten sich eher über das Beutelchen. Jeder wie er mag…
Das Orga-Team um Sankha hatte alles sehr gut im Griff. Sowohl die Anmeldung, als auch Ansprache, Paarungen (hihi!), Zeitplan und der weitere Ablauf des Turnieres waren einwandfrei. Das Platzangebot war aufgrund der hohen Spielerzahl schon etwas eng. Sollte das Turnier im nächsten Jahr größer werden, wird eine größere Location (oder eine mit mehr Klos) wohl unausweichlich.

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(nur die Toilettenschlange war an diesem Wochenende länger)

Nach einer kurzen und knackigen Ansprache der Orga gab es auch schon die ersten Paarungen und es gibt auf zu Spiel 1.

LISTEN:

Kurz noch ein Ausflug in das magische Land der Theorymachine. Ich habe mich relativ weit vor dem Turnier schon auf Mordikaar und Zaal als meine ersten beiden Warlocks eingeschossen und auch die Listen schon festgezurrt. Kurz vorher kam dann noch Hexeris2 mit der „holy trinity“ aus Bronzeback, Gladiator und Molik Karn hinzu.

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SPIEL 1:

Gepaart wurde ich gegen Jacob, einen sehr netten und angenehmen Holländer, der mit Convergence aufgelafen ist. Im Lineup hatte er Aurora, Syntherion und Axis. In einem Anflug geistiger Umnachtung und mit dem „oh mein Gott ich brauch nen Agonizer um ihm Fokus zu verbieten“-Scheuklappendenken habe ich meine Zaal-Liste komplett verworfen, obwohl die wahrscheinlich die beste Wahl gegen ihn gewesen wäre und statt dessen Mordikaar gezogen.
Als er dann eröffnete, dass seine Wahl auf Axis fiel, war klar, dass es nicht einfach wird. Keine lebenden Modelle aus denen sich Despoiler neue Void Spirits schnitzen kann und zu hohe ARM auf so ziemlich allem, inklusive Axis.
Den gesamten Spielverlauf kriege ich an dieser Stelle nur schlecht zusammen (bzw. habe ich diesen zweistündigen Brainfart wohl einfach komplett aus dem Gedächtnis gestrichen), außer dass ich ihm den Agonizer schon viel zu früh und ohne nennenswerten Nutzen geschenkt habe, und mich ansonsten habe viel zu einfach aufreiben lassen. Am Ende bekam er Axis selbst an Mordikaar und hat den Casterkill problemlos geschafft.
Eine sinnlose Niederlage, die mich etwas geärgert hat, vor allem direkt zum Turnierstart.

SPIEL 2:

Im zweiten Spiel traf ich auf Christophe „WYSIWYG“ Dirckx aus einem der belgischen WTC-Teams. Ein sehr kompetenter Gentleman mit viel zu vielen Konsonanten im Nachnamen und viel zu vielen Doom Reavern in seiner Butcher2 Tierliste, gegen die ich auch spielen musste.
Da ich den Doom Reaver Spam schon bei der Listenwahl auf mich zu kommen sah, wählte ich erneut die Mordikaar Liste. Der ist es relativ egal, ob ein halbes Hundert Weaponmaster von einem Cryx-Caster oder einem Khador-Caster angeführt werden.

(schluck...)
(schluck…)

Beim Anblick meiner Advanced Deployment Linie gegen seine blieb mir zwar die Luft weg, vor allem da in Close Quarters ein Szenariospiel gegen 54 Doom Reaver eher nicht möglich schien.

Ich gewann den Startwurf und ließ ihn die Seite wählen. Wir rannten in Runde 1 beide schreiend aufeinander zu. Ich begann Runde 2 mit Mordikaars Feat, da er mit seiner kompletten Armee in absoluter Alpha Strike Reichweite war. Entfernte durch Incindiarii-Schüsse, Nihilators, Bloodrunnter und Essence Blasts von Mordikaar so viele Modelle wie möglich. Dabei versuchte ich, die Angriffe auf möglichst viele seiner Units zu verteilen, um die Anzahl der Angriffe, die er mit FURY machen könnte, zu minimieren. Gleichzeitig hielt ich alles in meiner CTRL und ließ Rhadeim allein die rechte Flanke halten.
Sein 2. Zug bestand wie erwartet aus einem Alpha Strike in seiner reinsten Form. Meine Hoffnung, dass er ohne MAT-Fixer mit 2W6 nur wenige Neunen oder Zehnen gegen meine DEF16 oder DEF17 Modelle würfeln würde, bewahrheitete sich. Aus insgesamt knapp 45 gewürfelten Angriffswürfen trafen, wenn ich mich richtig erinnere, genau DREI. Verständlicherweise verfluchte mein Gegner am Ende seines Zuges seine Würfel. Er stand mitten in meiner Arbee, ohne ernsthaft etwas ausgerichtet zu haben.

In Runde 3 begann ich dann, seine Doom Reaver weiter zu dezimieren. Das gelang mir weitestgehend gut, außer dass ich das Archidon nicht aus dem Nahkampf mit zwei Doom Reavern befreien konnte, um Fenris zu chargen. Ein Ghost Walk auf dem Archidon hätte sicherlich mehr geholfen als ein Revive, jedoch habe ich da die Aktivierungsreihenfolge versaut und dabei gelernt, dass man sich gegen den Doom Reaver Spam keine Fehler leisten darf. Der Despoiler kreierte in diesem Spiel zwei Void Spirits, die auch beide gute Arbeit leisteten.
In seinem dritten Zug hatte er nur noch wenige Doom Reaver, seinen Juggernaut und Fenris übrig. Trotzdem featete der Butcher und konnte mit den verbliebenen Modellen meine Beasts und genug andere Modelle entfernen, um insgesamt 9 Rage Tokens auf 3 Doom Reaver zu verteilen. Seine Feat-Modelle setzte er dann dazu ein, auf Mordikaar (mit 2 Transfers) zu zu gehen und ihn drei mal durchgeboostet anzugreifen. Besonders bitter war, dass Despoiler, der in Charge-Reichweite zum Butcher stand, vom allerletzten Transfer mit einem hohen Schadenswurf punktgenau getötet wurde.

So blieb mir dann in Zug 4 nichts mehr übrig, als möglichst viele Nihilator mit Revive zurück zu holen und sie den Butcher chargen zu lassen. Von den 5 Nihilatorn die den Butcher chargen konnten machten aber nur zwei wirklich signifikanten Schaden gegen ARM 20, und ich verlor das Spiel in seinem folgenden Zug durch den verdienten Casterkill.

(da machste nix, hömma...)
(da machste nix, hömma…)

Die Mittagspause vertrieben wir uns dann wieder mit landestypischer Küche, es gab Enchiladas und Tacos beim Mexikaner um die Ecke, bevor es dann weiter ging.

SPIEL 3:

Mit zwei Niederlagen grandios in’s Turnier gestartet, war meine Laune verständlicherweise auf dem Höhepunkt… NOT!
Mein dritter Gegner hieß Rudy, hatte die schönsten Cryx die ich bisher gesehen hatte (Weiß mit metallic-Blau, klingt verrückt, sieht aber genial aus) und sollte am Ende den letzten Platz machen…

Zur Auswahl hatte er einen Goreshade, eine Deneghra und das Witch Coven. Er entschied ich für letzteres und ich gab Mordikaar eine dritte Chance. Leider merkte man ihm an, dass er noch nicht so lange spielte und ich konnte ihn am Ende mit 4 CP und 60 Armeepunkten komplett vom Tisch stellen. Highlight des Spiels war seine Bile Thrall Conga-Line, die von einem einzigen Essence Blast durch einen Bloodrunner komplett aufgelöst wurde.

Eine ausführliche Beschreibung des Spiels würde mehr nach Selbstbeweihräucherung klingen, ich lasse sie an dieser Stelle also lieber weg.

SPIEL 4:

Das letzte Spiel des Tages machte ich gegen einen weiteren Christoph, wieder aus Belgien, der mit seinen wirklich extrem gut bemalten Minions am Ende den Best Painted Pokal einsacken sollte.
Er hatte Rask, Maelok und (ich glaube) Bloody Barnabas im Angebot. Ich sah wiederum eine Minions-Armee als beste Chance, meine eHexeris Liste raus zu spielen. Als seine Wahl dann auf Rask fiel, rechnete ich mir mit der eHexeris Liste die besten Chancen aus, drei Units Gatormen und drei Heavies tatsächlich vom Platz stellen zu können.

Ich begann wieder das Spiel und rannte nach vorne. Er rannte ebenfalls und featete auch direkt mit Rask, um mir den Erstschlag zu versauen.

In Runde 2 hielt ich mich also zurück und schickte meine Gatormen mit einem Run in die rechte Zone (Outflank). Sprach dann Rush auf den Drake, pushte ihn dann noch einen Zoll nach vorn und schickte ihn in die linke Zone. Dort hatte der Drake LOS zu einem Gatormen, der direkt vor seinem Totem Hunter stand. Der Totem Hunter hatte zuvor Molik Karn als Prey angesagt und musste somit sofort sterben. Ein geboosteter Spray mit Hilfe des Willbreakers schaffte es auch, den Totem Hunter zu töten und zwei Gatormen ordentlich Schaden zu machen.

In seinem 2. Zug versuchte er wiederum, auf rechts meine Gatormen zu töten (er schafft zwei) und auf links mit dem Ironback Spitter meiner Krea Schaden zu machen. Dann kam der übliche Trick der Blindwater-Minions: Swamp Horror schmeißt einen Wrastler nach vorne, dieser steht auf, chargt Molik Karn und versucht seine Special Attack auf ihn zu machen. Nachdem ich ihn durch Molik Karns Fähigkeit aber insgesamt vier Mal den Angriff neu würfeln lasse, verfehlt er endlich die 7 und kann dan nur noch weitere angriffe kaufen, mit denen er Molik Karn aber nicht tötet.

Mein 3. Zug besteht dann zuerst daraus, Molik Karn mit den Beast Handlern zu heilen und ihn den Wrastler von seinem Elend erlösen zu lassen. Meine drei Gatormen bekommen von der Task Master +2 STR und mischen wiederum seine auf. Dabei bekommen sie Hilfe vom Bronzeback, der aus der Mitte in die rechte Zone chargt, seinen Animus nutzt und alle Gatormen tötet, an die er dran kommt (vier glaube ich). In der rechten Zone stehen nur noch drei seiner Gatormen.
Die Krea geht in die Mitte zwischen den Zonen, schießt auf einen der Gatormen um ihn zu paralysieren und steht dann als Arc Node für Hexeris bereit, der zuerst Rush auf den Gladiator spricht und dann durch die Krea einen Hellfire auf Rask setzt, featet, und zwei weitere Hellfires auf Rask spricht. Alle drei Schadenswürfe leitet Rask in seine Beasts ab, die dadurch extrem angeschlagen sind.
In die linke Zone lasse ich als letztes noch meinen Gladiator vor Molik Karn rennen und beende den soweit recht erfolgreichen Zug.

In seinem 3. Zug versucht er nun, mit dem Swamp Horror meinen Bronzeback zu töten, macht jedoch bei weitem nicht genug Schaden. Seine Gatormen sind durch meine gebunden und können dadurch dem Bronzeback ebenfalls nicht gefährlich werden.
Rask heilt dem Spitter einen Aspekt und zieht sich etwas zurück. In der linken Zone schießt er mit dem Spitter weiter auf Molik Karn, muss sich aber jetzt bewegen um auf Reichweite zu kommen, da Karn zuvor mit seiner Side Step Bewegung auf 2″ zum Wrastler gegangen war. Er trifft den Schuss also nicht. Die linke Einheit Gatormen versucht den Gladiator und die Krea zu chargen, es kommt jedoch nur einer beim Gladiator an. Die Krea wird von den Gatormen gekillt.

Dann kam in Runde 4 die für mich wohl bisher erfolgreichste Aktivierung von Molik Karn. Den Gladiator lasse ich aus dem Weg gehen und einen Gatormen töten. Molik wird enraged und chargt dann einen Gatorman, tötet ihn mit einem Schlag, macht seinen Side Step auf den nächsten, tötet den, macht den zweiten Side Step in den Nahkampf mit 2 weiteren Gatormen und dem Spitter und tötet alle mit den vier folgenden Angriffen. Ich kontrolliere jetzt die linke Zone und werde mindestens 1 CP machen.
Rechts spricht der Bronzeback seinen Animus, geht ein wenig um das Swamp Horror herum und schlägt es zu Brei. Geht dann auf den nächsten Gatormen zu und tötet ihn, was meinen letzten Gatorman aus dem Nahkampf befreit.
Die Task Master gibt ihm wieder +2 STR und er sich selbst Pathfinder, um Rask über eine Mauer chargen zu können.

Ich hatte eigentlich darauf gehofft, in noch eine Runde lang mit dem Gatorman beschäftigen zu können, damit danach entweder der Bronzeback oder Molik Karn den Casterkill machen können. Statt dessen überraschten meine Würfel mich mit einem astreinen One-Shot und Rask war plötzlich tot.

(epic hexeris am ende des spiels)
(epic hexeris am ende des spiels)

Mit dem 2-2 Ergebnis war ich dann für den Tag doch zufrieden. Ich hatte mir vor dem Turnier zwei Siege als Mindestziel gesetzt und war froh, sie schon am ersten Tag eingefahren zu haben. Mir war auch klar, dass ab jetzt das Feld schwerer werden würde und machte mir keinen Hoffnungen auf weitere Siege.

Wie das Abendprogramm und vor allem der zweite Tag dann liefen, erzähle ich aber beim nächsten Mal…

Bis dahin!

 

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