Interview mit Michael Mingers von Ulisses Spiele

1174904_586971144682854_684135716_nWir sind sehr froh euch an dieser Stelle ein recht ausführliches Interview mit Michael Mingers von Ulisses Spiele präsentieren zu können. Michael hat sich unseren bohrenden Fragen zum Thema Warmachine & Hordes gestellt und liefert einige interessante Einsichten in den Büroalltag des Spieledistributors. Wir haben versucht dabei ein paar Fragen zu stellen, die einigen von euch vielleicht etwas unter den Nägeln brennen, aber nie gefragt haben.

Wir werden in der kommenden Zeit Schulter an Schulter mit Ulisses um für die Community alles zu bewerkstelligen, was wir können. Wir sind sehr gespannt, was diese Zusammenarbeit mit sich bringt!
Wenn ihr Michael auf den nächsten Events seht, sagt Hallo!

boba

Cenobyte: Hi Michael. Zuerst einmal lieben Dank, dass du dir die Zeit für uns nimmst.
Magst du den Lesern, die dich nicht kennen mal kurz mitteilen, wer du bist und was du
bei Ulisses so anstellst?

mingers

M. Mingers: Heyho! Mein Name ist Michael Mingers und ich bin seit nunmehr etwas mehr
als einem Jahr bei Ulisses. Ich stamme aus der Region Aachen und bin seit knapp 15 Monaten
bei Ulisses. Mein Aufgabenbereich hat sich nach und nach erweitert und inzwischen bin ich für
alles außer DSA zuständig, was natürlich auch alle Tabletops (mit Ausnahme von Schicksalspfade) einschließt.

 

boba

Cenobyte: Und da bist du für das Marketing bzw. die Öffentlichkeitsarbeit zuständig?

 

mingers

M. Mingers: Ich betreue die Reihen redaktionell, das heißt, ich kümmere mich um alles, was irgendwie anfällt. Von der Organisation der Originaltexte und Layoutdateien von Karten und Büchern, über die Übersetzung, das Einarbeiten des Lektorats und alle Fragen die zu den Spielsystemen aufkommen könnten, was die Produktseite angeht.
Für die inhaltlichen Fragen verweise ich dann gerne an die Profis, die ihre Spiele in und auswendig kennen. Bei der Öffentlichkeitsarbeit ist vor allem meine Kollegin Janine zuständig, allerdings arbeiten wir bei Artikeln zu den Spielreihen die ich betreue natürlich Hand in Hand.

 

boba

Cenobyte: Das klingt nach einem ziemlich coolen aber auch anstrengendem Job. Du hast auch ein aufmerksames Auge auf die Onlinewelt, richtig?

 

mingers

M. Mingers: Ich versuche es zumindest. Bei der Vielzahl der Reihen ist es schwierig den Überblick zu behalten. Glücklicherweise kann ich auf eine engagierte Gruppe von Fans zurückgreifen, die mich informieren, wenn irgendwo der Schuh drückt und die dann wiederum Infos vom Verlag an die anderen Fans weitergeben. Sozusagen Mittelsleute zwischen der Verlagswelt und den Fans.

 

boba

Cenobyte: Sei ehrlich: Wie oft in der Woche willst du Leute erwürgen, wenn du die Foren liest? Wir Nerds können ja manchmal sehr anstrengend sein.

 

mingers

M. Mingers: Weniger oft, als man meinen würde. 😉
Die Leute die in den Foren aktiv sind, sind nun mal sehr engagierte Fans und denen ist ihr Spiel eben sehr wichtig, da können die Emotionen schon mal hochkochen. Zudem ist unsere Informationslage im Verlag ja eine ganz andere als bei den Fans und leider können wir nicht immer alle Informationen so transparent weitergeben, wie wir das gerne wollen.
Einige Probleme passieren aber leider, wie etwa das Drucktermine nicht eingehalten werden und deswegen Armeebücher später kommen als gedacht oder bei einer Miniaturenlieferung nicht alles dabei ist, was wir geordert haben. Aber auch von unserer Seite kann natürlich das Interesse der Käufer falsch eingeschätz werden, weswegen dann vielleicht nicht ganz so viele Miniaturen bei der ersten Welle geordert wurden, wie die Fans dann tatsächlich kaufen.
Aber im Forum liest oder schreibt sich manche Kritik schärfer, als sie eigentlich gemeint war und wenn man die Leute dann auf Cons trifft und man sich von Angesicht zu Angesicht unterhält, ist das ganze dann entspannt.

 

boba

Cenobyte: Das freut uns. Wie sagt man? Wir wollen ja nur spielen. Und damit sind wir auch beim Kernthema: Dem Spiel. Schön, dass ich dich dazu auch ein wenig löchern darf. Wir wollen etwas übergreifend anfangen und deswegen wäre es super, wenn du uns hierzu etwas aufklären könntest. Ist Ulisses nur für den Vertrieb zuständig, oder hat das Unternehmen in Bezug auf Warmachine noch andere Aufgaben: Eventveranstaltungen, Marketing, Ernennen von Infernals und so weiter? Wo fängt eure Verantwortung an und wo hört sie auf?

mingers

M. Mingers: Zunächst einmal sind wir Lizenznehmer von Privateer Press für ihre Tabletops, was wir jetzt in Kürze noch durch das Iron Kingdoms Rollenspiel ausweiten werden. Zum einen übernehmen wir den Vertrieb für die Püppies, aber wir kümmern uns auch um die dt. Ausgabe der Karten bei den Figuren und der Armee- und Kampagnenbücher.Bei den Events wollen wir uns stärker einbringen und den deutschen Händlern und Fans in Zukunft mehr Material bieten, damit vor Ort intensiver gezockt werden kann. Das Marketing liegt aber vor allem in den Händen von PIP. Für eigenes Material, sei es nun Werbung oder auch nur die Übersetzung des bestehenden Materials müssen wir uns Freigaben einholen, da Privateer Press natürlich ein begründetes Interesse an der Qualität und den Kontext ihrer Produkte und ihres geistigen Eigentums hat.

 

boba

Cenobyte: In der Tat verständlich. Privateer Press ist nicht mehr die Garagenfirma, die sie mal war. Das merkt man sicher auch als Partner. Welche Dinge, die von der Community gewünscht werden, lassen sich nicht umsetzen, weil die Vorgaben das nicht zulassen?

 

mingers

M. Mingers: Ja, ich bin damals über das d20 Rollenspiel mit PIP in Kontakt gekommen und habe noch mit ihnen damals kurz auf der Spielmesse in Essen geredet, als sie einen kleinen Stand hattten, um Warmachine als Neuheit zu promoten. Es war interessant über die Jahre das Wachstum der Spiele, aber auch der Firma über das No Quarter zu verfolgen. Änderungen bei denen uns die Hände gebunden sind, sind gewisse Änderungen an bestehenden Produkten, die über Errata hinausgehen. Was wir aber aktuell versuchen, ist Material aus verschiedenen Bänden, dass aber für alle interessant ist, in einem Band zusammenzufassen. Dann hätten wir ein neues Produkt, dass es so auf englisch nicht gab, das aber für die deutschen Spieler interessant werden könnte. Da befinden wir uns aber noch in Verhandlungen, weswegen ich da noch nicht zu viel sagen möchte … wir freuen uns aber natürlich auf Anregungen aus der Community. Wir besprechen die Umsetzbarkeit dann zuerst intern und geben das dann ggf. an PIP weiter, ob wir das dann so umsetzen dürfen.

 

boba

Cenobyte: Wir werden das anregen! Gutes Stichwort mit dem No Quarter. Das No Quarter Magazin umfasst seit dem Erscheinen des eigenen Rollenspiels viele Inhalte darüber. Zusätzlich finden sich regelmäßig Berichte über Warmachine Tactics und High Command – für Spielberichte ist da oft kein Platz mehr. Manche fürchten eine Inhaltsverwässerung wie beim White Dwarf. Kannst du uns dazu was sagen?

mingers

M. Mingers: Auf die Inhalte des No Quarters haben wir keinen Einfluss, deswegen kann ich zu der Seitenaufteilung nichts sagen. Aber der No Quarter ist nun mal vorangig das Hausmagazin von PIP und damit auch die erste Anlaufstelle, um die vorgeprägte Leserschaft über die Inhalte des Verlages zu informieren. Ich hatte persönlich bislang kein Problem mit den Inhalten des Magazins, da es mir immernoch viele tolle Texte und Spielinhalte liefert und ich nie den Eindruck hatte, Geld für ein Werbeheft des Verlags ausgegegeben zu haben.

 

boba

Cenobyte: Das variiert sicher auch von Aufgabe zu Ausgabe. Mal liegt der Fokus auf dem einen Thema, mal auf einem anderen. Aber wo wir Warmachine Tactics schon angerissen haben: Privateers Kickstarter Projekt kommt und war doch recht erfolgreich – plant ihr eine deutsche Synchronisation oder habt ihr andere To Dos in Bezug auf das Computerspiel?

 

mingers

M. Mingers: Mit dem Videospiel oder einer möglichen Lokalisierung haben wir zum aktuellen Zeitpunkt nichts zu tun.

 

 

boba

Cenobyte: Verständlich, da das ja auch gar nicht eurem Portfolio entspricht. Privateer Press arbeitet da ja auch mit Whitemoon Dreams zusammen. Auf Page5 tümmeln sich neben den Hobbyisten viele aktive Turnierspieler. Warmachine & Hordes sind super Spiele für Turniere, da das Spiel seit dem MK2 Release sehr gut gebalanced ist. Trotzdem ist die aktive Turniercommunity nur ein Bruchteil der Szene, da es sehr viele „Fluffgamer“ gibt, die gar nicht auf Turniere fahren wollen um das Spiel kompetitiv zu spielen. Kannst du uns sagen, wie sich dieser beiden Mengen ungefähr in Zahlen niederschlagen? Habt ihr Einschätzungen, wie sich die Spielerschaften mengenmäßig zu einander verhalten?

mingers

M. Mingers: Das ist natürlich schwer bis unmöglich einzuschätzen, ob ein Laden nun Boxen und Blister ordert, um Neulinge zu bestücken oder um einem Crack die Basis seiner Viertarmee zu ermöglichen. Selbst wenn wir eine Befragung der Fanbasis starten würden, wären vermutlich die Intensivspieler in der Überzahl, weil die eben aktiver sind und eher an einer solchen Umrage teilnehmen.

 

boba

Cenobyte: Also geht Ulisses auch davon aus, einen Großteil der Miniaturen an Spieler zu veräußern, die an einem kompetitiven Vergleich interessiert sind? Spielen die „Bier und Brezel“-Spieler eher andere Systeme als Warmachine und Hordes?

 

mingers

M. Mingers: Der ganze Aufbau von Warmachine mit seinem Slogan „Play like you got a pair!“ zieht natürlich vor allem Spieler an, die gerne anderen Mal so richtig zeigen wollen, was sie draufhaben. Aber ich denke eigentlich, dass man WarmaHordes auch ganz gut auf Fluff und Spaß spielen kann. Gerade die Themenarmeen zu den Warcastern bzw. Warlocks bieten ja neben den möglichen spielerischen Vorteilen auch ein sehr starkes Thema, was diejenigen anspricht, die eben sehr gerne starke Fluffarmeen spielen. Ich habe zum Beispiel auch total Bock auf eine Ferrow-Armee, weil ich die Schweinemenschen so cool finde, auch wenn das spielerisch vom kompetitven Gedanken vermutlich eher weniger Sinn macht … Aber Warmachine und Hordes sind so zugänglich von den Regeln und sehen so cool aus, dass es alleine deswegen Neulinge zieht, die sich dann erstmal alleine wegen ihrer nicht so umfangreichen Armeeauswahl und der fehlenden Spielpraxis nicht in Turniere werfen werden. Das ist doch das tolle an WarmaHordes: leicht zu lernen, aber schwer zu meistern. Wenn ich den Podcast auf Page5 höre denke ich mir auch, dass ich das Spiel auf einer ganz anderen Ebene kennengelernt habe, als die Turnierspieler es praktizieren und was ich alles an Möglichkeiten nicht auf dem Schirm hatte.

boba

Cenobyte: Das freut uns natürlich – wobei ich jetzt zugeben muss: Ich spiele zwar auch aktiv, auch wenn ich die Turniere eher ausrichte als mitspiele – aber was Robin, Mo, Janos und Daniel da fachsimpeln entzieht sich mir auch gelegentlich.
Damit das hier keine einseitige Veranstaltung wird: Was wünscht sich denn Ulisses von der Community oder den PressGangern? Kann man euch das Leben irgendwie einfacher machen?

mingers

M. Mingers: Das Spiel konnte nur so groß werden, weil es Leute wie euch gibt, die mehr tun, als sie müssten. Es ist einfach, sich schlicht als Konsument zu sehen, aber es braucht wirklich Begeisterung und Liebe zum Spiel, um in die Foren zu gehen und Spielberichte zu schreiben, Blogs aufzusetzen oder Podcasts aufzunehmen. Aber auch in Läden Demorunden zu spielen, Neulingen Tipps zu geben oder bei einer Bemalung auszuhelfen. Das Spiel lebt von den Fans, sie füllen es erst mit Leben und begeistern andere. Ohne die Fans kann ein Spiel nicht die Größe erreichen, die Warmachine (und Hordes natürlich) hat. Diese Begeisterung steckt an und wir wollen nicht nur als Vertreiber der Miniaturen und Bücher da sein, sondern als Katalysatoren dieser Begeisterung. Wenn ihr Ideen habt, dann sprecht uns an. Wenn euch etwas nicht gefällt oder ihr Verbesserungspotential sehr, dann sprecht uns an. Wir können nur Dinge verbessern, wenn wir wissen, dass es ein Problem gibt und dazu brauchen wir euch. Helft uns, euch darin zu unterstützen, die Awesomness er PIP-Spiele in die Welt zu tragen!

 

boba

Cenobyte: Das tun wir doch gerne. Dank dir Michael, dass du dir die Zeit für die ausführlichen Antworten genommen hast und an der Stelle auch noch einmal ein dickes Dankeschön an Ulisses Spiele. Ohne euch hätten wir die Spiele hier nicht so wie wir sie jetzt haben.

 

mingers

M. Mingers: Sehr gerne und danke für die Gelegenheit, ein paar Stimmungen und Informationen an die Fans weiterzugeben. 🙂


 

boba

Cenobyte: Wir sehen uns auf der RatCon beim Iron Gauntlet Qualifier!

 

mingers

M. Mingers: Ich komme gerne an dem Wochenende mal bei euch vorbei und schüttel ein paar Hände. Leute von Angesicht zu Angesicht zu treffen ist immer besser, als das nur via Mail oder Facebook zu erledigen. Da kann man mir dann auch direkt Fragen stellen.

 

Michael Mingers, meine Damen und Herren!
Michael Mingers, meine Damen und Herren! Wir danken ganz artig für die Zeit!

One Comment

  1. Timmay said:

    Gute Sache, sympathische Antoworten kamen von dem jungen Herrn.

    17.08.2013
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